(1996) Luigi Cherubini: OuverturesWenn gehobener klassischer Stil eine notwendige Voraussetzung fr das Prdikat gross war, so hat kein anderer Komponist diesen konsequenter und mit grsserem Erfolg gepflegt als Cherubini. In Florenz aufgewachsen und nach den strengen Regeln des palestrinischen Kontrapunktes ausgebildet; inspiriert durch die durchgreifenden Neuerungen in der Musik Haydns und Mozarts; durch lngeren Aufenthalt in Paris wo er brigens das Repertoire der Opra Comique vor dem
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Wenn gehobener klassischer Stil eine notwendige Voraussetzung für das Prädikat «gross» war, so hat kein anderer Komponist diesen konsequenter und mit grösserem Erfolg gepflegt als Cherubini. In Florenz aufgewachsen und nach den strengen Regeln des palestrinischen Kontrapunktes ausgebildet; inspiriert durch die durchgreifenden Neuerungen in der Musik Haydns und Mozarts; durch längeren Aufenthalt in Paris – wo er übrigens das Repertoire der Opéra-Comique vor dem Abgleiten in die Trivialität bewahrt hatte – mit der Opernreform Glucks vertraut: dies alles hatte zusammengewirkt, um Cherubini zum «Hohenpriester» des klassischen Stils zu ma-chen.
Sein grösster Einfluss liegt aber vielleicht in seinen Bühnenwerken. Cherubini war ja tatsächlich ein Meister in der Kunst des Ouvertüren-Schreibens: fähig, in verhältnismässig wenigen Takten die Grundstimmung einer Oper einzufangen, phantasievoll im Instrumentieren, ausdrucksreich in seiner Harmonik und beweglich im dramatischen Aufbau. Mehr noch als durch seine Opern, übte Cherubini durch seine Ouvertüren einen bedeutenden Einfluss auf die Romantik aus.